Elektrischer Lastrechner — Sicherung und Leitungsquerschnitt
Kostenloses Werkzeug · Offline nutzbar · 120V–400V · Ein- und dreiphasig
Wie berechnet man die elektrische Last?
Die elektrische Lastberechnung hat drei Schritte. Zunächst alle Watt addieren. Dann durch die Spannung dividieren um Ampere zu erhalten (A = W ÷ V). Schließlich mit 1,25 multiplizieren — der VDE-Sicherheitsfaktor, der verhindert, dass Dauerlast die Sicherung dauerhaft über 80% belastet. Dieser Rechner erledigt alle drei Schritte automatisch.
Welche Sicherungsgröße brauche ich?
Die Sicherungsgröße hängt von der Gesamtlast ab. Richtwerte: 10–16A für Beleuchtung und allgemeine Steckdosen · 20A für Küchengeräte · 32A für Elektroherde und Trockner · 40–63A für Unterverteilungen und E-Auto-Ladegeräte. Sicherung niemals vergrößern um Auslösen zu verhindern — die Sicherung schützt die Leitung.
Welcher Leitungsquerschnitt für welche Sicherung?
Der Leitungsquerschnitt muss zur Sicherung passen. Standardkombinationen: 10A → 1,5 mm² · 16A → 2,5 mm² · 20A → 4 mm² · 32A → 6 mm² · 40A → 10 mm². Bei Leitungslängen über 30 m einen Querschnitt größer wählen um den Spannungsfall zu kompensieren.
Die 80%-Regel — warum die Sicherung nicht voll ausgelastet werden darf
Eine 20A-Sicherung darf dauerhaft nicht mehr als 16A führen (80%). Dauerüberlastung erhitzt die Sicherung, degradiert die Kontakte und kann zu Auslösungen führen. Der Faktor 1,25 in diesem Rechner berücksichtigt dies automatisch.
Häufige Fragen
Warum löst meine Sicherung ständig aus?
Entweder ist der Stromkreis überlastet (Gesamtlast überschreitet 80% der Sicherung), es liegt ein Kurzschluss vor, oder die Sicherung selbst ist defekt. Tatsächliche Last mit diesem Werkzeug berechnen — liegt sie unter 80%, muss die Sicherung wahrscheinlich getauscht werden.
Wie viel Watt verträgt ein 16A-Stromkreis?
Bei 230V: 16A × 230V × 0,8 = 2.944W Dauerlast. Einen Stromkreis niemals dauerhaft über 80% seiner Nennkapazität belasten.
Deutsche Elektronormen: DIN VDE 0100 und TAB
Elektrische Anlagen in deutschen Wohngebäuden müssen der DIN VDE 0100 entsprechen — dem deutschen Pendant zur europäischen HD 60364. Ergänzend gelten die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des jeweiligen Netzbetreibers (z.B. E.ON, EnBW, Bayernwerk). Die Netzspannung beträgt 230 V / 50 Hz (einphasig) bzw. 400 V (dreiphasig). Jede Wohnung muss über einen Zählerplatz mit Hauptsicherung, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD, 30 mA) und einen Unterverteiler verfügen.
Pflichtschaltkreise nach DIN VDE 0100-701/-753
Die VDE-Norm schreibt in Deutschland eigene Stromkreise vor für: Herd/Kochfeld (min. 2,5 mm², besser 6 mm² für Induktion, 16 A-Sicherung), Waschmaschine (2,5 mm², 16 A), Geschirrspüler (2,5 mm², 16 A), Kühlschrank (empfohlen eigener Kreis 2,5 mm²). Badezimmer-Steckdosen müssen außerhalb der Schutzzone (60 cm um Badewanne/Dusche) liegen. Seit 2016 sind FI-Schalter für alle neu installierten Steckdosen in Wohnräumen Pflicht.
Praxisbeispiel: Wärmepumpenheizung in Deutschland
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 8 kW elektrischer Aufnahmeleistung benötigt: I = 8000/400 = 20 A (dreiphasig) oder 8000/230 = 34,8 A (einphasig). Für den einphasigen Anschluss ist ein 6 mm² Kabel mit 40-A-Sicherung nötig. Dreiphasig reichen 2,5 mm² mit 20-A-Sicherung. Das Bundesamt für Wirtschaft (BAFA) fördert Wärmepumpen in Deutschland mit bis zu 70% der Investitionskosten — die Anlage muss von einem Elektrofachbetrieb installiert werden.