Rohrdurchmesser-Rechner für Installateure und Klempner
Kostenloses Werkzeug · Offline nutzbar · PVC, Kupfer, Stahl, PEX · Metrisch und imperial
Wie berechnet man den Rohrdurchmesser?
Die Wahl des falschen Rohrdurchmessers ist einer der häufigsten und teuersten Fehler in der Gebäudetechnik. Ein unterdimensioniertes Rohr verursacht übermäßigen Druckverlust, Geräusche und vorzeitigen Verschleiß. Dieser Rechner verwendet die Hazen-Williams-Gleichung — den Industriestandard für Wasserversorgungssysteme — um den minimalen Innendurchmesser und die nächste handelsübliche Nennweite zu berechnen.
Welchen Rohrdurchmesser braucht ein Haus?
Für ein Einfamilienhaus mit 3 Schlafzimmern sollte die Hauptleitung mindestens DN25 (1") haben, um den gleichzeitigen Spitzenbedarf von 55–75 L/min zu decken. Einzelne Stichleitungen können DN15 (½") für Toiletten und Waschbecken und DN20 (¾") für Duschen und Waschmaschinen sein. Dimensionieren Sie immer für den Spitzendurchfluss, nicht den Durchschnitt.
Was ist der Durchfluss und warum ist er wichtig?
Der Durchfluss (L/min metrisch, GPM imperial) misst, wie viel Wasser pro Zeiteinheit durch das Rohr fließt. Jede Entnahmestelle hat einen Bemessungsdurchfluss: Dusche 9,5 L/min · Toilette 7,5 L/min · Küchenspüle 8,3 L/min · Gartenhahn 19 L/min. Addieren Sie den simultanen Spitzendurchfluss aller angeschlossenen Entnahmestellen.
Strömungsgeschwindigkeit — die wichtigste Prüfgröße
Nach der Dimensionierung nach Durchfluss immer die Geschwindigkeit prüfen. Der ideale Bereich für Wasserleitungen ist 0,6–1,2 m/s (2–4 ft/s). Unter 0,3 m/s setzen sich Ablagerungen in horizontalen Leitungen ab. Über 2,4 m/s (8 ft/s) entstehen Geräusche, Erosion und Wasserschlag.
Wie beeinflusst die Länge den Durchmesser?
Der Druckverlust steigt mit der Länge — doppelte Länge, doppelter Verlust. Für kurze Leitungen unter 30 m reicht der berechnete Durchmesser meist. Bei längeren Leitungen die tatsächliche Länge eingeben — möglicherweise muss eine größere Nennweite gewählt werden, um den Druckverlust unter 30 kPa/100m zu halten.
Häufige Fragen
Welcher Durchmesser für 50 L/min?
Für 50 L/min in Kupfer hält DN32 (1¼") die Geschwindigkeit bei ca. 1,1 m/s — optimal. Bei Leitungen über 60 m empfiehlt sich DN40, um den Druckverlust zu reduzieren.
Welcher Durchmesser für eine Dusche?
Eine Dusche benötigt ca. 9,5 L/min. Ein ½"-Rohr (15 mm) reicht problemlos. Bei mehreren Entnahmestellen für den kombinierten Spitzendurchfluss berechnen.
Was ist die maximale Strömungsgeschwindigkeit?
Die meisten Normen empfehlen maximal 2,4 m/s (8 ft/s) für Wasserleitungen. Darüber entstehen Geräusche, Erosion und Wasserschlag. Für langlebige Installationen 0,6–1,2 m/s anstreben.
Deutsche Normen für Rohrleitungen: DIN 1988 und DVGW
In Deutschland regelt die DIN 1988 (Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, TRWI) das Dimensionieren von Hausinstallationen. Die Druckangaben erfolgen in bar (1 bar = 100 kPa): Der Mindestfließdruck am ungünstigsten Entnahmepunkt beträgt 1,0 bar für Unterdruckspüler und 0,5 bar für einfache Entnahmeventile. Die maximale Fließgeschwindigkeit liegt bei 2 m/s für Kaltwasser und 1,5 m/s für Warmwasser. Installationsleitungen müssen DVGW-zugelassen sein — das blaue DVGW-Zeichen ist Pflicht für alle Produkte in der Trinkwasserinstallation.
Gängige Rohrmaterialien in Deutschland
Das Kupferrohr (nach DIN EN 1057) ist in Deutschland der Klassiker für Trinkwasserinstallationen, besonders in Altbauten. Verbundrohr (PE-Xb/Al/PE) dominiert heute den Neubau wegen seiner Flexibilität und Korrosionsbeständigkeit. Edelstahlrohre (1.4401) werden in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern oder bei aggressivem Wasser eingesetzt. In Deutschland werden Nennweiten in DN angegeben: DN10, DN15, DN20, DN25, DN32, DN40, DN50. Bleirohre sind seit 1973 verboten — ältere Gründerzeitbauten sollten überprüft werden.
Praxisbeispiel: Einfamilienhaus in Deutschland
Einfamilienhaus mit 3 Bädern, Küche und Gartenzapfstelle. Spitzendurchfluss geschätzt: 2 Duschen (2×9 L/min) + WC (6 L/min) + Spüle (8 L/min) = 32 L/min gleichzeitig. Mit Kupferrohr und 20 m Hausanschlussleitung empfiehlt dieser Rechner DN25 (1") mit ca. 0,9 m/s — im idealen DVGW-Bereich. Bei langen Leitungswegen über 40 m auf DN32 wechseln, um die Druckverluste unter 30 kPa/100m zu halten.